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Der antike Name von Bodrum lautet Halikarnassos. Dort wohnten die Geschichtsschreiber Herodot und Kallimachos. Berühmt wurde Halikarnassos unter dem Fürsten Mausolos II. (377 bis 353 v.Chr.) 20 Jahre nach Mausolos Tod kam dann Alexander der Große mit seinen tapferen edlen griechischen Kriegern und hatte die geradezu geniale Idee, diese schöne Stadt zu zerstören, sie hatte halt das Pech, zum persischen Weltreich zu gehören, was Alexander nicht gefiel, er schien die Perser nicht zu mögen. Mausolos hatte in Halikarnassos ein Grabmal errichten lassen, das stolze 49 m hoch war. Also das hat er für seine Frau Artemisia, die gleichzeitig seine Schwester war, bauen lassen. Ob sie ihn wohl deshalb noch mehr liebte, weil er ihr so ein schönes Grab errichtete? Man zählte dieses Mausoleum von Halikarnassos zu den 7 Weltwundern. Es war quadratisch, praktisch, hatte einen großen Sockel auf dem 36 Säulen standen, die das Dach trugen. Auf dem Dach war so ähnlich wie auf der Berliner Mauer die Statuen von Mausolos und/oder seiner Frau Artemisia mit 4 herrlichen Pferden, einem sogenannten Viergespann (Quadriga), aufgestellt. Der Sockel war karischer Stil, die Säulen griechischer Stil und das Dach ägyptischer Stil im Sinne der Pyramiden. Dieses Meisterwerk schufen Pytheos von Priene und Satyros von Pharos, (Griechen), die den ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewannen. Unten auf dem Sockel waren Wagenrennen, Herkules und kämpfende Amazonen eingemeißelt, für die sich Mausolos wohl besonders begeistert haben muss. Mausolos liebte die griechische Philosophie, Mythologie, Architektur und Demokratie, den "Greek way of life", das griechische Lebensmodell, nun, Mausolos war kein Türke, er war Karier. Obwohl er in Bodrum lebte, lernen die Bodrumer Kinder in der Schule über ihn und die Siege seiner Frau nichts ...(noch nicht??). Die türkische Geschichte beginnt in der Mongolei, mit Mete Han und anderen mongolischen Helden und endet mit dem glorreichen Sieg von Atatürk über die Italiener, Briten, Franzosen und Griechen, die kurz nach Ende des ersten Weltkrieges sich geschlagen aus der Türkei zurückziehen mußten. Das eindrucksvolle Mausoleum überdauerte 1500 Jahre und fiel dann einigen Erdbeben zum Opfer, die es in der Türkei leider schon damals gab. Nach Alexander kamen dann die Kreuzritter vom katholischen Johanniter Orden und wandten - Ihrer Zeit weit voraus - moderne Recycling-Verfahren an, indem sie sich die Bruchstücke aus der Ruine holten und daraus die Ritterburg Petronium bauten, die man heute noch im Hafen Bodrums bewundern kann. Die Ritterburg Bodrums könnte man daher als Metamorphose des 5. Weltwunders bezeichnen. Später kamen dann die Briten und sammelten fleißig die übrigen Bruchstücke zum Beispiel das Amazonenrelief und Statuen zusammen und gaben ihnen eine letzte Heimat im Britischen Museum. Als der türkische Dichter Cevat Sakir einmal an das Museum schrieb und bezweifelte, ob die schönen Überreste im nebligen, verregneten kalten Londoner Britischen Museum sich wohl richtig aufgehoben fühlen könnten, antwortete man ihm, dass man seine Sorge ernst genommen hätte und deshalb dem Zimmer einen wunderschönen blauen Anstrich verpasst hätte. Es geht doch nichts über britischen Humor. Hier ein Link zum Britischen Museum Auf der Homepage vom Britischen Museum gelangt man durch Anklicken von "Compass" zur Suchbegriffseingabe, wo man durch Eingabe von "Mausoleum" 6 Ausstellungsstücke mit Beschreibungen finden kann. Dort fand ich ein schönes Fundstück: ein Relief vom Kampf der Amazonen mit Herkules (vergrößern durch anklicken) Hier die englische Beschreibung (auszugsweise) dieser Reliefsszene: This
is one of the most interesting sections of the Amazonomachy frieze, though
one of the least well-preserved. It shows the hero Herakles grasping a
kneeling Amazon - possibly Hippolyte, their queen - by her hair, while he
swings his knotted-club behind his head ready to strike her. The Amazon
tries to release herself from his grasp in a twisting movement that causes
her cloak to billow over her head. kleiner Übersetzungsvorschlag gefällig? Ich habe die englische Reliefbeschreibung hierzu von freetranslation.com (einem automatischen Übersetzungsprogramm) ins Deutsche übersetzen lassen. Das erstaunliche Übersetzungsergebnis brachte uns einige Belustigung, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollten, sie lautet: Dies ist einer Fries der interessantesten Abschnitte des Amazonomachy, obwohl einer der wenigste gut erhalten. Es zeigt den Helden Herakles, der einen knienden Amazonas - vielleicht Hippolyte, ihre Königin - durch ihr Haar festhält, während er seinen verknotet Klub hinter seinem Kopf schwingt der bereit ist, sie zu streiken. Der Amazonas versucht, sich selbst von seinem Verständnis in einer drehenden Bewegung freizugeben, die ihren Umhang zu Woge über ihrem Kopf verursacht. (Diese Übersetzung könnte fast von Otto sein) Hier ein neuer Übersetzungsversuch (von uns): Obwohl fast nur dieses Bruchstück des Frieses (waagrechter Streifen zum Schmuck einer Wand) gut erhaltenen blieb, befindet sich darauf jedoch der interessanteste Teil über den Krieg gegen die Amazonen. Er zeigt den Helden Herkules, der das Haar einer knienden Amazone - vielleicht Hippolyte, ihre Königin - festhält, während er seinen knotigen Knüppel hinter seinem Kopf schwingt um sie zu erschlagen. Die Amazone versucht, sich aus seinem Griff durch eine drehende Bewegung zu befreien, wodurch ihr Umhang über ihrem Kopf eine Woge schlägt. Amazonen? Ein kriegerisches Volk, dessen Heer nur aus Frauen bestand, denen die linke Brust entfernt wurde, damit sie das Schiessen mit Pfeil und Bogen nicht behindert? Apropos "behindert". Den männlichen Babys wurde gleich nach der Geburt getötet oder ihnen die Hüfte verrenkt damit sie der Macht der Frauen nicht gefährlich werden konnten? Obwohl sich eine Amazonenkönigin von Alexander dem Grossen angeblich ein Kind "schenken liess" sind die Erzählungen über die Amazonen vermutlich nur Sagen die genauso wahr sind wie die Geschichten über den Halbgott Herkules. (Link gefällig? http://www.sagengestalten.de/lex/grie_roem_A.html ) Wie soll man sich nun das Mausoleum vorstellen: Hier ein paar nette Bilder zu diesem Thema:
Mit Abstand das schönste Bild ist hier anzuklicken, leider fehlt Mausolos oder Artemis auf dem Wagen. Es wurde von Bill Munns erstellt: In Bill Munns Homepage kann man weitere tolle Bilder aller 7 Weltwunder finden sowie auf einer weiteren Site eine wundervolle Galerie eines der Weltwunder, den hängenden Gärten von Amytis. Zurück zu unserem Mausoleum: Auf dem Dach standen Figuren auf einem einachsigem Streitwagen mit 4 Pferden. Damit man diese in einer Höhe von 45 Metern noch sehen konnte, hat man die Pferde 5 m hoch und 6,50 m lang gemacht. Mag jedes Pferd dann auch aus 2 bis 3 Teilen zusammengesetzt gewesen sein, waren es sicherlich Tonnenlasten, die die Bauleute hinauf hieven mussten. Auch von einem Pferd fand man ein Teil, welches nun in London zu sehen ist (siehe Link oben) Heute gibt es in Bodrum dort, wo das Mausoleum stand, ein kleines Museum, wo noch das zu sehen ist, was die britischen Archäologen übriggelassen haben. Das sieht dann so aus: Es gibt noch viel zu erzählen über die Geschichte von Artemis, Mausolos, der Entdeckung des Grabes, ... aber das kommt später noch. Wer über Bodrum noch etwas lernen will kann eine schöne deutsche Seite besuchen, von Karlheinz Klüter, der sich mächtig ins Zeug gelegt hat und in englisch und deutsch eine umfassende Homepage über Bodrum zusammengestellt hat. Bleibt die Frage, auf die auch Karlheinz eingegangen ist: wie Bodrum seinen Namen erhalten hat. Nun die Burg nannten die frommen und tapferen Johanniter Brüder Petronium (lateinisch). Der Name kommt von Petrus aus der Bibel, ein meistens mutiger Nachfolger von Jesus Christus. Somit hieß die Burg in etwa Petrusburg oder Petrushaus. Den Namen sprachen später die Osmanen, die das Land eroberten, etwas abgewandelt aus, nämlich Petrum, in seinem Buch "On Seafaring" nannte der Admiral Piri Reis, dessen berühmte Landkarte auf der Rückseite des 10 Millionen Geldscheines zu finden ist, die Stadt dann Bodurum. Bodrum (türkisch: Keller) übernahm seinen Namen von seiner Burg Petronium, und bedeutet daher "Petrusburg".
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