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Mutig schrieb er 1925 in der Zeitschrift "Resimli Hafta" (Woche in Bildern) einen offensichtlich zu viel Mitgefühl erzeugenden Artikel über Armee-Deserteure. Schon der Titel schockt: "Wie gehen die zum Tode verurteilten Häftlinge in vollem Bewusstsein zur Erhängung?" Das musste er jedoch mit 3 Jahren Burgarrest in Bodrum büssen. Indess gefiel ihm die Verbannung in Bodrum immer mehr. Er freundete sich mit den Fischern und Schwammtauchern an und war wohl mehr mit den Kuttern unterwegs als auf dem Land. Als das Militär davon Wind bekam war es leider Schluss mit Lustig und er musste die zweite Hälfte der Strafe in Istanbul verbringen. 1957 liess er sich in seinem geliebten Bodrum nieder und verbrachte 25 Jahre seines Lebens dort. Cevat, der in London Geschichte studiert hatte, begann, von diesen Bootsausflügen als von den "blauen Reisen" zu schwärmen und beschrieb sie in seinen Bücher mit viel Poesie; Geschichten vom Meer, über die Fischer Bodrums und die antike Geschichte von Kleinasien. In den 80 er Jahren begannen dann die cleveren Fischer ihre Boote aufzumöbeln (wörtlich zu verstehen :-) ) für die Besucher aus Istanbul und Ankara und mit immer mehr Komfort zu versehen und machten die Blaue Reise salonfähig.
Wie kam Cevat nur auf die Idee solch einen Artikel zu schreiben? Nun ich habe gelesen, dass er er 1908 wegen Mordes an seinem Vater verurteilt wurde. Beide liebten die gleiche Frau. Väter, verliebt euch bloss nicht in die Freundin eurer Söhne, es könnte euer letzter Fehler sein. Cevat kam sicher ins Gefängnis wo er aus erster Hand die Motive von Desserteuren und hautnah den letzten Gang von Mithäflingen erleben konnte. Erlebnisse, die sich tief einbrennen. Wie anfangs erwähnt hat sich die anfängliche Empörung des Staates über Cevat mittlerweile in eine grenzenlose Bewunderung für diesen Mann gewandelt. 1998 wurde in Bodrum der 25. Todestag Cevats mit einer 2 Tage dauernden Gedenkveranstaltung begangen, bei dem viele Reden gehalten wurden. Sogar seine Tochter Ismet Noonan hielt die Rede: "Mein Vater, der Fischer". An diesen Tagen wurde betont, dass Cevat all sein erlittenes Leid in seine Verse kanalisierte. Auf dieser Veranstaltung standen mehr seine Verdienste im Vordergrund. Er förderte den Export von Schwämmen, die die Taucher unter Wasser einsammelten, und importierte etliche Samen, Pflanzen und Baumarten, die die Flora Bodrums bereicherten wie zum Beispiel die Grapefruit. Man erzählt sich, dass er in seiner Jackentasche immer etliche Samen mit sich trug und sie an Stellen die ihm gefielen in der Erde vergrub. Ausserdem traf er sich regelmässig mit intellektuellen Köpfen aus Istanbul mit denen er kulturelle Ideen entwarf. Am Eingang von Bodrum steht ein neues Schild mit einem Foto von Cevat, der die neugierigen Reisenden "warnt":. Darauf steht: Guten Tag, wenn du auf diesem Hügel stehst wirst du Bodrum sehen. Denke nicht dass du als derselbe Mensch gehst, als der du gekommen bist. Allen, die vor dir gekommen sind, passierte das Gleiche. Als sie wieder gingen, hatten sie ihr Herz in Bodrum verloren." |